Zeichen und Wunder

23.10.2019

Markus 16, 15-19

Nur 5 Verse - aber was für ein Text! Was sind das für Aussagen?

...Wer nicht glaubt, der wird verdammt werden...!

.... Böse Geister austreiben...!

.... In neuen Sprachen reden...!

... Schlangen mit den Händen hochheben...!

... Tödliches trinken...!

... Kranken die Hände auflegen...!

Ein sehr spannender Text, nicht wahr? Aber auch ein sehr schwieriger Text! Oder wann hast Du zum letzten Mal etwas Tödliches getrunken und es hat Dir keinen Schaden zugefügt? Wann hast Du zum letzten Mal böse Geister ausgetrieben? Wann hast Du zum letzten Mal Deine Hände auf Kranke gelegt und es wurde besser mit ihnen oder sie wurden gar ganz geheilt? Wann hast Du zum letzten Mal in neuen Sprachen geredet? Wir merken, unser heutiger Text ist nicht ohne!!! Wir als Brüder, die wir euch das Wort weitergeben dürfen, haben überlegt, ob wir diesen Text behandeln sollen oder ob wir ihn einfach weglassen, ihn einfach unterschlagen. Wir waren aber alle einer Meinung, dass wir, auch wenn der Text schwierig ist, ihn nicht weglassen sollten. Und so wollen wir uns heute damit beschäftigen. In unserem Text sind natürlich auch Aussagen, die überhaupt nicht schwierig sind! Im Gegenteil, es gibt hier Aussagen, die sehr einfach und glasklar sind!

Es geht um die gute Botschaft!

Davon hat Markus schon in Kapitel 1 gesprochen:

Dies ist der Anfang... - wovon? :

Von der Guten Botschaft von Jesus Christus!

Und hier am Ende des Textes steht es noch einmal ganz kurz und bündig: Vers 16: Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden! Markus hat für eine verlorene Menschheit

eine gute Botschaft, eine gute Nachricht!

Kurz vorher lesen wir bei Markus: 14, 22 - 24 + Kapitel 15, 37 +38 (bitte schlagen Sie auf und lesen Sie die Texte).

Der Zugang zum Vater ist frei!

Wenn Du dieser Botschaft glaubst, wenn du diese Botschaft für dich persönlich annimmst, bist Du errettet! Das ist die gute Botschaft! Und es ist doch selbstverständlich, dass eine gute Botschaft weiterzugeben ist! Und deshalb sagt Jesus zu seinen Jüngern: "Geht hin"

Vers 15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur.

Nun ist es natürlich so, dass, wenn es eine gute Botschaft gibt, es in der Regel auch eine schlechte Botschaft gibt. Das gilt schon bei ganz normalen, kleinen, alltäglichen "guten Botschaften".

Beispiel:

Im Ort hat eine neue Bäckerei eröffnet. Eine rein sachliche Information.

Jetzt kommt die gute Botschaft:

Die Brötchen dort sind viel günstiger als bei den bisherigen Bäckereien, und sie sind viel schmackhafter, und es gibt viel mehr verschiedene Sorten. Wenn du dort einkaufen gehst, kannst du ganz persönlich davon profitieren.

Das ist eine gute Botschaft!

Jetzt kommt aber die schlechte Nachricht:

Wenn Du dort nicht hingehst, wird dir die gute Botschaft nichts nützen. Du musst weiter die teuren Brötchen bei dem anderen Bäcker kaufen und den schlechteren Geschmack hinnehmen.

Dieses Bild können wir auf bedeutendere Beispiele übertragen. Seenotretter, Feuerwehrleute oder ähnliche Personen können von Beispielen berichten, wo die gute Nachricht lautete: "Die Retter sind da" - aber die Retter, die Menschen nicht retten konnten, weil diese Menschen leider, aus welchen Gründen auch immer, den Anweisungen der Retter nicht gefolgt sind. Sie hatten vielleicht Angst in ein Sprungtuch zu springen, Angst eine rettende Hand zu ergreifen, oder aber, auch das kommt oft genug vor, sie meinten, einen besseren Weg der Rettung zu kennen.

Auch unsere gute Botschaft hat eine zweite Seite. Menschen, die diese gute Botschaft nicht annehmen, werden verurteilt! Eine ganz klare eindeutige Aussage, die Markus hier formuliert! Das ist überhaupt kein schwieriger Text. Klipp und klar steht hier in Markus 16,16: "Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden". Markus gibt sich da gar keine Mühe, dies noch etwas ausführlicher darzulegen. Warum auch, es ist doch eindeutig! Wer die gute Botschaft nicht will, nicht annimmt, der wird verurteilt, Punkt! Schwierig wird der Text erst durch uns Christen!

Habt Ihr die Predigt von Hendrik noch im Kopf? Oder besser noch im Herzen?

Wie sieht Euer Gottesbild aus?

Wie sieht unser Gottesbild aus?

Wie sieht mein Gottesbild aus?

Passt diese Sache "Verurteilung" in unser Gottesbild? Die Bibel ist da ganz eindeutig! So lesen wir zum Beispiel auf der letzten Seite der Bibel: Off. 22, 14 und 15: "Selig sind, die seine Gebote halten, auf dass sie Macht haben an dem Holz des Lebens und zu den Toren eingehen in die Stadt. Denn draußen sind die Hunde und die Zauberer und die Hurer und die Totschläger und die Abgöttischen und alle, die liebhaben und tun die Lüge." Die eine Gruppe, das sind die Menschen, die die gute Botschaft angenommen haben. Die sind gerettet! Die andere Gruppe sind die Menschen, die die gute Botschaft nicht angenommen haben. Diese Menschen sind verurteilt! Die müssen draußen bleiben! Man kann es auch anders ausdrücken und sagen, sie sitzen in der Hölle! Auch dieser Aspekt ist biblische Tatsache und gehört mit zur guten Botschaft. Wer diesen Fakt unterschlägt, macht sich schuldig! Darüber lesen wir ja nicht nur auf der letzten Seite der Bibel, sondern schon auf den ersten Seiten der Bibel! Denken wir nur an Noah und die Sintflut! Oder an Mose in Ägypten. Denkt an 2. Mose, 12, 29, schlug der Herr alle Erstgeburt? Nein - auch hier gab es zwei Seiten - eine positive und eine negative! Die gute Botschaft lautete: (ich gebe es hier verkürzt wieder, ihr kennt ja den Text) Alle Familien, die ihre Türpfosten mit Blut von einem Lamm ohne Fehl anstreichen, wurden bewahrt!

Die Kehrseite:

Alle anderen Familien, die diese Vorkehrung nicht getroffen haben, wurden nicht verschont!

Wer das Blut Jesu Christi nicht in Anspruch nimmt, wird nicht verschont, sondern wird, wie es Markus schreibt, verurteilt! Soweit zu den ersten beiden Versen, um die es heute geht.

Und nun geht es los mit dem schwierigen Teil!

Vers 17 und 19: "Die Zeichen aber, die da folgen werden denen, die da glauben, sind die: in meinem Namen werden sie Teufel austreiben, mit neuen Zungen reden, Schlangen vertreiben; und so sie etwas Tödliches trinken, wird's ihnen nicht schaden; auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird es besser mit ihnen werden. Und der HERR, nachdem er mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben gen Himmel und sitzt zur rechten Hand Gottes".

Zeichen und Wunder! Ja, es gibt sie tatsächlich! Wer sich umschaut, wer auf andere Gemeinden schaut, wer den Büchermarkt beobachtet, wer auf die Zeitschriftenangebote achtet, der weiß, es geschehen tatsächlich täglich weltweit Zeichen und Wunder! Auch hier bei uns in Deutschland. Und in unserer Gemeinde? Wann hast Du zum letzten Mal etwas Tödliches getrunken und es hat Dir keinen Schaden zugefügt? Wann hast Du zum letzten Mal böse Geister ausgetrieben? Wann hast Du zum letzten Mal Deine Hände auf Kranke gelegt, und es wurde besser mit ihnen oder sie wurden gar ganz geheilt? Wann hast Du zum letzten Mal in neuen Sprachen geredet? Wann habe ich diese Zeichen und Wunder erlebt? Diese Fragen hatte ich ja bereits zu Anfang gestellt. Wir sehen also auf der einen Seite Menschen und Gemeinden, in denen am laufenden Band Zeichen und Wunder geschehen - und auf der anderen Seite sehen wir Menschen und Gemeinden, wo offensichtlich diese Zeichen und Wunder nicht sichtbar sind. So kommt es vor, dass sich einige Geschwister von ihrer Gemeinde trennen, in der keine Zeichen und Wunder geschehen und sich einer Gemeinde anschließen, in der der Geist vom Himmel fällt, in der Kranke gesundwerden, in der, Menschen vom Geist überwältigt nach hinten umfallen, in der Menschen vom Geist gedrängt Lachanfälle bekommen, in der in unverständlichen Sprachen gesprochen wird, in der neue Botschaften vom Geist Gottes übermittelt werden und so weiter und so weiter.

Ich weiß wovon ich rede! Ich war in jungen Jahren, wenn auch nur sehr kurz, mittendrin! Und zwar als hauptberuflicher Mitarbeiter! Meine Frau und ich waren das erste deutsche Mitarbeiter-Ehepaar von Jugend mit einer Mission! Volkhardt Spitzer war bei uns mit im Vorstand. Ich weiß also, wovon ich rede!

Zeichen und Wunder!?! Wir müssen das klären! Wir brauchen Klarheit, auch in dieser Frage!

Ich denke, ich muss an dieser Stelle erst einmal eine kurze Erklärung abgeben, damit ich nicht falsch verstanden werde! Es geht heute nicht um die Frage, ob Gott heute noch unsere Gebete hört und erhört. Es geht nicht um die Thematik Gebet und Gebetserhörungen! Denn das ist, so denke ich, uns allen klar:

Gott hört und erhört Gebet!

Und Gott kann auch heute kleine und große Wunder vollbringen, wie zu allen Zeiten! Das können Krankenheilungen sein, das kann finanzielle Hilfe bedeuten, das kann Hilfe bei einer Arbeitssuche sein und vieles mehr!

Ja, Gott hilft - das steht völlig außer Frage!

Unser Thema bezieht sich vielmehr ausschließlich auf unseren Text, der von besonderen Zeichen und Wundern spricht! Ich hoffe, ihr werdet mich verstehen. Am Mittwoch werden wir die heutige Thematik noch einmal vertiefen. Schreibt Eure Fragen auf und bringt sie Mittwoch zur Bibelstunde mit!!

Zeichen und Wunder!?!

Unsere erste Frage in diesem Zusammenhang muss ja lauten: Was sagt die Bibel zu dieser Thematik? Wenn wir in 1. Mose anfangen und bis zur Offenbarung gehen, was steht da alles über Zeichen und Wunder? Ist die Bibel voll mit Berichten über Zeichen und Wundern? Was meint Ihr? Ihr braucht jetzt nicht zu antworten, aber überlegt mal einen Augenblick. Na, habt Ihr eine Antwort? Schauen wir mal in die Bibel hinein:

Henoch! Der mit Gott wandelte...!

  • Mose 5,24

Wirkte er Zeichen und Wunder? Nein!

Noah! Der Prediger der Gerechtigkeit ....!

  • Mose,6, 9

Wirkte er Zeichen und Wunder? Nein!

Abraham! Der Vater des Glaubens...!

  • Mose ab Kap. 12

Wirkte er Zeichen und Wunder? Nein!

Erstmals nach rund 2.700 Jahren Menschheitsgeschichte treten Zeichen und Wunder auf!

Mose und Josua wirken mit Zeichen und Wundern!

Und dann? Rund 700 Jahre wieder nichts, kein einziges Zeichen, kein einziges Wunder! Erst bei Elija und Elisa sind wieder Zeichen und Wunder da. Nachdem wir von Samuels zwei Wunderzeichen lesen, ist jedoch wieder Schluss. Erst Jahrhunderte später lesen wir dann von den Wundern Jesu! Auch Johannes der Täufer tat keine Zeichen und Wunder. Ausdrücklich schreibt Johannes in Kap. 10, 41:"Er tat keine Zeichen!" Und das, obwohl Jesus von ihm sagte: Er ist mehr als nur ein Prophet! Das Neue Testament startet also genau wie das AT nicht mit Zeichen und Wundern. Zeichen und Wunder beginnen erst wieder mit dem Dienst Jesu. Dann geht es in der Apostelgeschichte weiter! Aber welche Personen werden hier von Gott gebraucht, um Zeichen und Wunder zu vollbringen? Es sind die Apostel einschließlich Paulus, dem Heiden-Apostel. Zwei Ausnahmen gibt es: Stephanus und Philippus, die aber ausdrücklich durch Handauflegung der Apostel beauftragt wurden. Viele Christen haben zu dem Thema eine völlig unbiblische Sichtweise! Weder das Alte noch das Neue Testament spricht davon, dass Massen von Gottgläubigen oder Christen Zeichen und Wunder vollbringen. Das Gegenteil ist richtig! Gott gab Menschen vereinzelt in bestimmten Situationen die Vollmacht, Zeichen und Wunder zu vollbringen. Wer die Apostelgeschichte liest merkt, dass zu Beginn relativ viele Zeichen und Wunder geschehen! Der aufmerksame Leser stellt aber fest, dass zum Ende hin immer weniger Zeichen und Wunder vorkommen und sie zum Schluss sogar ganz aufhören. Die Briefe unterstreichen diese Auffälligkeit! Paulus kommt nicht aus dem Gefängnis frei!, ganz anders als zu Beginn der Apostelgeschichte, als Petrus im Gefängnis war! Oder denken wir daran, wie berichtet wird, dass Mitarbeiter von Paulus krank, teilweise todkrank sind und Paulus nicht helfen kann!

Ich sagte vorhin: Gott gab vereinzelt in bestimmten Situationen Menschen die Vollmacht, Zeichen und Wunder zu vollbringen. Es stellt sich dabei die Frage nach dem Zweck, nach der Bedeutung der Zeichen und Wunder. Wer die Bibel studiert, erkennt zwei Antworten:

  • Heilsgeschichtliche Bedeutung

Immer dann, wenn Gott heilsgeschichtlich einen Schritt weitergeht, etwas Neues beginnt, kommen Zeichen und Wunder zum Einsatz. Damit sollen die Personen, die Gott gebraucht, den Menschen zeigen, dass sie von Gott beauftragt und bevollmächtigt sind!

So war es z.B. bei Mose und Josua. Der heilsgeschichtliche Schritt: Die Einführung in den Bund der Gesetze! Mose und Josua konnten sich durch Zeichen und Wunder dem Volk gegenüber als von Gott Bevollmächtigte erweisen. Danach gab es, wie bereits gesagt, lange Zeit keine Zeichen und Wunder mehr.

So war es auch bei Samuel. Der heilsgeschichtliche Schritt: Beginn der Propheten. Samuel gilt als der erste Prophet. Sein Dienst wird durch zwei Zeichen bestätigt. Mehr nicht!

So war es auch bei Jesus. Der heilsgeschichtliche Schritt: Der neue Bund(Schwerpunkt: Israel) Gott bekräftigt seinen Dienst mit Zeichen und Wundern.

So war es auch bei den Aposteln. Der heilsgeschichtliche Schritt: Der neue Bund (Schwerpunkt: die Nationen) Auch hier bevollmächtigt Gott die Apostel und gibt Zeichen und Wunder.

Also, warum gibt Gott Zeichen und Wunder? Es geht um die heilsgeschichtliche Bekräftigung.

Es gibt eine zweite Bedeutung: Zeichen und Wunder als ein Gericht und/oder Strafe! Denken wir nur an Mose in Ägypten. Wieviel Zeichen und Wunder hat der Pharao gesehen? Und, hat er geglaubt? Nein! Wurde er gehorsam? Nein!

Und so war es fast immer, ob Gott die Zeichen und Wunder durch Mose, Josua, Elia oder auch durch Jesus vollbringen ließ, die Menschen nahmen die Botschaft, die dahinterstand, entweder überhaupt nicht an oder nur oberflächlich. Und so wurden ihnen diese Zeichen und Wunder zum Gericht! Sie haben gesehen, dass Gott wirkt und haben ihn nicht angenommen!

Meine bisherigen (zugegebener Maßen sehr kurzen) Ausführungen zeigen, dass es heute keine Zeichen und Wunder mehr gibt! Oder? Wie habt Ihr das bisher gehörte eingeordnet? Aber was ist dann mit unserem Text? Was ist dann mit unserem Gott? Ist er nicht mehr derselbe? Kann Gott heute keine Wunder vollbringen?

Schauen wir uns unseren Text noch einmal genau an!

Zunächst müssen wir feststellen, im Vers 16 heißt es: Wer glaubt und getauft wird ist errettet!

Punkt!

Da steht nicht ... wer glaubt, getauft ist und in anderen Sprachen spricht und wer Kranke heilt, ist gerettet...!

Nein, wer glaubt und getauft ist! Punkt!Alle, die anders argumentieren, argumentieren an der Wahrheit der Bibel vorbei!Zweitens müssen wir feststellen, hier steht nicht:Jeder, der gläubig ist, wird Kranke heilen, in anderen Sprachen sprechen, Dämonen austreiben und, und, und...!Das ist hier keine Pauschal-Verheißung für alle Christen! Denken wir hier bitte auch an die Frage des Paulus:Haben etwa alle Wunderkräfte? Sprechen alle in Sprachen? (1.Kor. 12, 29 + 30).

Drittens müssen wir feststellen, hier steht nicht: Die Zeichen und Wunder folgen allen Christen aller Jahrhunderte. Die sehr frühe Kirchengeschichte zeigt uns, dass die Zeichen und Wunder mit den Aposteln aufhörten. Es gibt sogar genügend Aufzeichnungen, aus denen hervorgeht, dass sich die Menschen damals mit dieser Thematik auseinandergesetzt haben. So schreibt der größte Prediger im 4. Jahrhundert (Chrysostomos):

"... in jenen Tagen waren die Wunder und Zeichen nützlich, heute aber nicht. Von Wunderkräften ist nicht die geringste Spur geblieben".

Wie jeden anderen Text der Bibel müssen wir auch diesen Text aus Markus 16 im Gesamtzusammenhang der Bibel betrachten. Ich möchte heute aber nicht versäumen, auch auf Gegenargumente einzugehen!

Ein großes Argument der Befürworter von Wundern ist das Argument aus Joh. 14, 12: "Wer an mich glaubt, wird die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun!"

Was bedeutet das! Also doch Wunder!? Also doch Zeichen!? Oder? Jesus hat Blinde sehend gemacht! Jesus hat Lahme wieder gehend gemacht! Jesus hat 5.000 Menschen mit zwei Fischen und fünf Broten gespeist. Jesus hat Menschen vom Aussatz befreit. Er hat den toten Lazarus wieder lebendig gemacht!

Wie willst Du das überbieten?

Gibt es Größeres? Ja, es gibt etwas viel, viel Größeres! Du kannst einen in Sünden lebenden Toten zum ewigen Leben führen! Darum geht es Jesus hier in Joh. 14,12, das ist das Größere! Jesus hatte nur vereinzelt Menschen in diesem Sinne gerettet. Aber die Jünger haben Pfingsten an nur einem einzigen Tage 3.000 Menschen zu Jesus geführt!

Das ist größer!

Kranke, die Jesus heilte, mussten irgendwann sterben. Auch der verstorbene Lazarus, den Jesus wieder lebendig machte, musste irgendwann wieder sterben...! Menschen, die jedoch die Neue Geburt erleben, haben ewiges Leben! Sie sind gerettet! Das ist das Größere! Wir sehen also sehr deutlich, dass die Stelle aus Joh. 14, 12 nicht für Zeichen und Wunder spricht!

Die Befürworter von Zeichen und Wundern führen als weiteres Argument an:

Zeichen und Wunder wären notwendig, um Menschen zum Glauben zu führen und Christen zuzurüsten! Eine konkrete Bibelstelle, die diese Argumentation unterstützt, wird dabei nicht genannt. Stimmt diese Aussage? Werden Christen durch Zeichen und Wunder zugerüstet? Bekehren sich Menschen durch Zeichen und Wunder? Nein! Eindeutig nein! Die Bibel lehrt etwas anderes! Römer 10 spricht da eine klare Sprache! Der Glaube kommt aus der Predigt! Die Predigt kommt aus dem Wort! So können wir in der Apostelgeschichte lesen das 3000 Menschen zum Glauben kommen und erst dann lesen wir im Nachsatz: Der Herr tat Zeichen und Wunder - durch alle Christen? - nein, sondern durch die Apostel! Deutlicher geht es doch nicht!

Und wir brauchen uns doch nur die Zeichen und Wunder im AT anzusehen! Trotz aller Zeichen und Wunder - das Herz vom Pharao war verstockt! Trotz aller Zeichen und Wunder - wie oft waren die Herzen der Israeliten verstockt! Auch bei Jesus: Trotz aller Zeichen und Wunder - das Herz der Menschen war verstockt und sie riefen: kreuzige ihn!

Ein drittes Argument der Befürworter von Zeichen und Wundern möchte ich hier in aller Kürze auch noch erwähnen:

"Vor der Entrückung rüstet der HERR seine Gemeinde noch einmal richtig auf, und das auch mit Zeichen und Wundern, und es kommt zu großen Erweckungen.

Was sagen wir dazu? Die Bibel spricht davon nicht! Im Gegenteil: Sie spricht von der Endzeit und benutzt Wörter wie greuliche Zeiten, großer Abfall, werde ich noch Glauben finden, viele Verführer.

Was nehmen wir heute von so einer Predigt mit?

· Prüfet alles!

Es ist wichtig, dass wir fest im Wort stehen! Dass wir die Bibel lesen. Dass wir nicht auf irgendwelche Irrlehren hereinfallen.

· Wir haben einen großen Gott!

Gott ist heute derselbe Gott wie bei Noah, bei Mose, bei Josua, bei Samuel und bei den Aposteln. Er hat dieselbe Kraft! Er hat dieselbe Vollmacht!

Es ging mir bei dieser Predigt nicht darum, Gott klein zu machen! Nein - Gott ist groß! Es ging mir darum, die Thematik Zeichen und Wunder biblisch richtig einzuordnen.

· Jesus ist für uns da!

Wir dürfen bei dieser heutigen Thematik nicht vergessen, was unser Herr alles für uns bereithält. Er sagt zu uns: kommet her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will Euch erquicken! Oder: Bittet, so wird euch gegeben!

Gott ist bei uns, Gott steht uns zur Seite, Gott führt und leitet uns. Wir dürfen mit IHM Gemeinschaft haben! Er antwortet auf unsere Gebete! Ja! Aber das alles hat nichts zu tun mit den Zeichen und Wundern, die Gott durch Mose, Josua oder Jesus vollbracht hat! Zum Schluss möchte ich Euch einladen, auf die vielen, vielen Wunder zu achten, die Gott uns allen geschenkt hat:

Das Wunder der Existenz, der Größe und der Macht

Gottes.

Das Wunder der Dreieinigkeit Gottes.

Das Wunder der Liebe und der Gnade Gottes.

Das Wunder der Wiedergeburt.

Das Wunder der Schöpfung.

Das Wunder des Wortes Gottes - die Bibel.

Das Wunder der Naturgesetze.

Das Wunder der Gemeinde.

Das Wunder Israel.

Das Wunder der Ewigkeit.

- und nicht zuletzt: schaue auf Dich! Bist Du nicht selbst auch ein Wunder?! Und ist es nicht auch ein Wunder, dass Du zu seiner Gemeinde gehörst, dass Du Glied seiner Gemeinde bist?

Möge der Herr uns unsere Augen und Herzen öffnen, dass wir seine Wunder sehen!

Nun kommen noch die letzten beiden Verse!

Wie hieß es zu Beginn bei Markus 1, 1: Anfang der guten Botschaft...

Sind wir jetzt am Schluss der guten Botschaft?

Wie heißt es hier?

Sie gingen überall hin...!

Sie predigten die gute Botschaft!

Und Gott wirkte!

Gott bestätigte! Ja, auch durch Zeichen...!

Die hier gemeinten Zeichen haben aufgehört - aber Gott wirkt auch heute noch, und wir stehen manchmal voller Überraschung da und sind überwältigt von dem was Gott tut!

Die Botschaft des Markus hat noch kein Ende, die Geschichte der Verbreitung des Evangeliums geht weiter! Solange bis unser HERR kommt und uns alle in seine Herrlichkeit entrückt! Möge der Herr uns unsere Augen und Herzen öffnen, dass wir seine Wege und Wunder sehen!

Amen